Seit dem 13. Oktober 2026 läuft unter voxmara.com ein Browser-Spiel: Kaltfront, eine Rundenstrategie auf Hexfeldern im Stil der klassischen Hex-Wargames vom Amiga der frühen Neunziger. Es braucht keine Installation und kein Konto, kostet nichts und hat weder Werbung noch Tracking. Der Spielstand wird nach jeder Phase im Browser gespeichert, ein Slot, im Hauptmenü unter „Spiel fortsetzen“, nur auf dem Gerät.

Die Idee kommt von den Karten. Wer jahrelang Fährrouten beschreibt, kennt die Küsten von Nord- und Ostsee gut genug, um sie als Spielfeld zu bauen. Gespielt wird dort, wo Voxmara seine Fährportale betreibt: bei Puttgarden und Rødby, Rostock und Trelleborg, Hirtshals und Kristiansand, Kiel und Göteborg. Kaltfront entstand im Oktober 2026 als Nebenprojekt.

Hauptmenü des Spiels Kaltfront auf dunkelblauem Hintergrund mit dem Titel und sieben Szenario-Kacheln samt Miniaturkarten, Namen, Routen, Größe und Schwierigkeitspunkten. Die Kachel Kattegat ist golden umrahmt.
Das Hauptmenü mit den sieben Szenario-Kacheln, jeweils mit Miniaturkarte, Routen, Kartengröße und Schwierigkeitspunkten. Ausgewählt ist das Kattegat (Stand 14. Oktober 2026).

Sieben Szenarien an bekannten Küsten

Es treten zwei fiktive Fraktionen an, der Nordbund (blau) und die Baltische Liga (rostorange). Die Karten tragen heutige Ortsnamen und entstehen aus Küsten-Polygonen mit einem Generator, die Straßen legt eine Wegsuche.

Spielansicht des Szenarios Kattegat mit Karte um Aalborg: Straßen, Wald, Hügel und Küste, ein Hauptquartier, Fabrik, Depot und blaue Einheiten. Rechts das Seitenpanel mit den Werten eines Kampfpanzers, unten links die Minimap.
Das Szenario Kattegat in Runde 1, der Nordbund in der Zugphase mit 1.860 Guthaben. Rund um Aalborg stehen Kampfpanzer, Panzerhaubitze und Kampfhubschrauber, das Seitenpanel zeigt die Werte des gewählten Kampfpanzers (Stand 14. Oktober 2026).

Erst schießen, dann fahren

Jeder Zug hat zwei Phasen. In der Angriffsphase darf jede Einheit einmal angreifen, bewegen kann sie sich dabei nicht. Danach folgt die Zugphase mit Bewegen, Bauen und Laden. Im allerersten Zug des Spiels entfällt die Angriffsphase. Man kann deshalb nicht heranfahren und im selben Zug feuern: Wer sich nähert, wird zuerst beschossen, und wer sich bewegt hat, kommt erst zum Schuss, nachdem der Gegner geschossen und gezogen hat. Umgekehrt lässt sich eine Einheit erst einsetzen und danach zurückziehen.

Die angegriffene Einheit erwidert das Feuer sofort, wenn Reichweite und Munition reichen. Panzerhaubitzen (Reichweite 2 bis 4) und Raketenwerfer (3 bis 6) treffen aus der Distanz, Nahkämpfer können darauf nicht antworten. Dafür dürfen Haubitzen keine Nachbarfelder beschießen. Vor dem Angriff zeigt das Spiel den erwarteten Schaden und die erwartete Erwiderung als Etikett auf der Karte, etwa „−6 ↩ 4“. Den Schaden bestimmen Stärke (Start bei 10), Erfahrung bis Stufe 5, Grundverteidigung und Gelände, dazu ein Zufall von -1 bis +1. Wald und Ortschaft geben +2 Deckung, Hügel +1, Gebirge +3.

Szenario Fehmarnbelt in der Angriffsphase: Ein orangefarbener Jäger ist gewählt, der benachbarte blaue Jäger ist rot umrandet und mit „−6 ↩ 4“ beschriftet. Dahinter liegt eine blaue Fähre mit zwei Einheiten an Bord im Hafen Puttgarden.
Fehmarnbelt, Angriffsphase der Baltischen Liga. Der rot umrandete Jäger des Nordbunds trägt das Etikett „−6 ↩ 4“: sechs Punkte erwarteter Schaden, vier Punkte Erwiderung (Stand 14. Oktober 2026).

Einheiten, Gebäude und Nebel

19 Einheitentypen stehen bereit, vom Jäger zu Fuß bis zur Fregatte. Alle außer den Fußtruppen verbrauchen Treibstoff, einen Punkt je Feld, die Munition ist begrenzt. Luftfahrzeuge mit Treibstoff 0 stürzen ab, sofern sie nicht auf Flugplatz, Hauptquartier oder Depot stehen. Fähren laden nur im Hafen, Landungsboote landen an Stränden und in Küstengewässern.

Einnahmen pro Runde bringen das Hauptquartier (150), Städte (100), Häfen (60), Flugplätze (40), Depots (30) und Fabriken (20). Erobern können nur Jäger, die dafür zwei Züge auf dem Gebäude brauchen, und Pioniere, die es am Ende der Zugphase sofort schaffen. Fällt das gegnerische Hauptquartier, ist die Partie entschieden.

Der Nebel des Krieges ist optional. Jede Einheit hat eine Sichtweite, eigene Gebäude zeigen einen Umkreis von 2. Stößt eine Einheit auf einen verdeckten Gegner, bleibt sie davor stehen. Zwei Spieler an einem Gerät sehen beim Wechsel eine verdeckte Karte, bis der andere „Weiter“ drückt.

Der Computer spielt nach denselben Regeln

Gegen den Computer wählt man die Seite und eine von drei Stufen. Im Nebel sieht er nur die Felder in Sichtweite seiner Einheiten und Gebäude. Eine eigene Sichtschicht blendet verdeckte Gegner für ihn aus und verbirgt den Zufallsgenerator und das Guthaben des Gegners. Er bekommt dieselben Einnahmen und keine Extra-Einheiten.

Die Stufen unterscheiden sich nur in der Rechentiefe, wie beim Schach. Leicht greift das nächste Ziel an, zieht ohne Rücksicht auf Gefahr, lässt etwa jede fünfte Einheit stehen und kauft nur einfache Einheiten. Normal wägt Schaden gegen Erwiderung ab, rückt geschlossen vor und schickt Beschädigte zur Reparatur. Schwer plant die Reihenfolge seiner Angriffe, rechnet damit, wohin gegnerische Einheiten im nächsten Zug fahren und schießen können, hält Hauptquartier und bedrohte Gebäude besetzt und merkt sich Gesehenes zwei Züge lang.

In Testpartien der KI gegen sich selbst (Nebel an, 40 Runden) gewann Schwer gegen Leicht in 75 Prozent der Fälle, Normal gegen Leicht in 79 Prozent. Schwer gegen Normal steht bei etwa 50 Prozent, der Abstand ist dort noch klein und wird weiter bearbeitet. Der längste Rechenzug der Stufe Schwer dauert unter einer Sekunde.

Bedienung und Technik

Kaltfront lässt sich mit Maus und Touch spielen, gezoomt wird per Mausrad oder Zwei-Finger-Pinch. Auf dem Smartphone erscheint das Seitenpanel als Leiste unten. Dazu kommen eine Minimap, ein Protokoll und synthetische Soundeffekte, die sich abschalten lassen.

Stark verkleinerte Karte der Nordischen Front mit Südschweden und der Ostseeküste um Karlskrona, rostorangen Einheiten der Baltischen Liga und grauen neutralen Gebäuden. Das Seitenpanel zeigt den Hinweis „Einheit wählen: Klick oder Tab“.
Die Nordische Front, weit herausgezoomt, in Runde 1 von 60. Zu sehen sind Südschweden und die Küste um Karlskrona mit den Einheiten der Baltischen Liga und neutralen Gebäuden in Schonen und Blekinge (Stand 14. Oktober 2026).

Der Code ist Vanilla JavaScript in ES-Modulen, gezeichnet wird auf Canvas 2D. Es gibt kein Framework, keinen Build-Schritt und keine npm-Abhängigkeiten, die Dateien liegen statisch auf dem Server. JavaScript und CSS zusammen kommen auf rund 7.600 Zeilen. 45 automatische Engine-Tests, ein Szenario-Validator und KI-Selbstspiele prüfen, dass keine ungültigen Züge entstehen.

Alle Regeln, die Tabellen direkt aus den Spieldaten und zehn Taktik-Tipps stehen in der Anleitung. Das Erklärvideo dort dauert 3 Minuten 12 Sekunden, hat eine deutsche Sprecherstimme und zeigt Ziehen, Bauen, Fähre, Erobern und einen Angriff mit Erwiderung.

Ingo Kroll beobachtet den europäischen Fährmarkt seit vielen Jahren und betreibt mit Voxmara über 20 spezialisierte Reise- und Fährportale. Zum Portfolio